Die Kirchen der Stadt
Nicolaikirche
Die Stadtkirche geht in ihrer Bausubstanz bis in die Zeit von ca. 1180 zurück. Der Turm wurde erst 1428 errichtet. Beeindruckend und zugleich bedeutend in der Kunstgeschichte ist der romanische Altarraum. Die Thüringer Landgrafen wollten mit diesem Kirchenbau ihre Macht demonstrieren, ist er doch eine eindrucksvolle Offenbarung des Architekturgeistes der Staufezeit. Alle Stürme der Geschichte und baulichen Veränderungen hat dieser Altarraum überdauert (Stadtbrand von 1765, Kriegsinferno 1.4.1945 u.a.). Mühevolle Sanierungs- und Aufbauarbeiten dauerten bis 1981. An der Ausenwandsüdseite ist 1921 eine Gedenktafel zur Erinnerung an Creuzburgs größten Sohn, den Komponisten Michael Praetorius, angebracht worden. Zur Zeit werden Restaurierungsarbeiten in der
Kirche angestrebt und
durchgeführt.
Gottesackerkirche
Die Gottesackerkirche, heute Ausstellungsort für den Naturpark Hainich-Werratal, ist das älteste kirchliche Gebäube Creuzburgs. Sie lag außerhalb der Stadtmauer, im 11. Jahrhundert Marienkirche, 13. Jahrhundert Pfarrkirche des alten Creuzburg vor der Stadtgründung, Gottesdienststätte des Augustiner Nonnenklosters St. Jacob, im Mittelalter Frauenkirche.Nach der Reformation dem Verfall preisgegeben, nach einer Erneuerung 1621 brannte sie 1634 völlig ab. Erst 1710 wurde sie durch den Creuzburger Architekten Johann Georg Busch wieder aufgebaut, allerdings ohne Turm und Altarraum. Bis 1981 war sie Gottesdienststätte der Kirchengemeinde. Der die Kirche umgebende Friedhof wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts genutzt. Einzelne Grabsteine erinnern noch heute daran. Ein besonderer Blick bietet sich von hier auf die Stadt mit Teilen der alten Stadtmauer.
Liboriuskapelle
Die Liboriuskapelle neben der Werrabrücke stellt ein besonderes Kleinod dar. 1499 im spätgotischen Stil errichtet, hatte sie eine hölzerne Vorgängerkapelle und lockte im 15. Jahrhundert viele Pilger an, die zu einem auf dem nahen Berg stehenden Kreuz wallfahrten und Heilung erhofften. Liborius, ein katholischer Heiliger, Bischof von Le Mans in Frankreich, verbreitete dort das Christentum und wurde bei Steinleiden angerufen (Verbindung zu der in der Nähe befindlichen Solequellen ist anzunehmen).
Im Inneren der Kapelle befinden sich Fresken aus dem Jahre 1520. Sie sind eine geniale Arbeit eines Künstlers hier aus der Gegend. Eine Einmaligkeit im Thüringer Raum. Dargestellt sind das Weltgericht,Szenen aus dem Leben Jesu und Szenen aus dem Leben der heiligen Elisabeth. 1526 wurden die Fresken im Zuge der Reformation übertüncht und erst Mitte der 30ger Jahre des vorigen Jahrhunderts wieder freigelegt. Auch die Kapelle wurde in den Apriltagen des Jahres 1945 beschädigt. Feuchtigkeit drang ein und beeinflußte die Fresken. Heute sprechen die Fresken nur zu dem geübten Betrachter, der sich in der Stille der Kapelle an das Dämmerlicht gewöhnt hat. In der Kapelle feiert die Kirchengemeinde in den Sommermonaten Gottesdienste und kleine Konzerte finden statt.
Eine Broschüre "Einladung zu einem Stadtbummel durch das historische Creuzburg" ist in der Tourist-Information erhältlich.









